Benzinpreis

Benzinpreis Vergleich

Der Benzinpreis in Deutschland setzt sich zusammen aus den Steuern, dem Wareneinstandspreis und der Inlandsmarge. Verglichen mit dem Benzinpreis anderer europäischer Länder liegt der Benzinpreis in Deutschland aktuell im guten Mittelfeld mit etwa 4% über dem durchschnittlichen Benzinpreis in Europa. Dagegen müssen die Norweger mit 27% über und die Bulgaren mit 18% unter dem europäischen Durchschnittsbenzinpreis am meisten bzw. wenigsten für Benzin bezahlen. Im Folgenden ist mit dem Benzinpreis stets derjenige in Deutschland gemeint. Je nach Höhe des Wareneinstandspreises machen Steuern derzeit etwa zwei Drittel des deutschen Benzinpreises aus.

Hierbei schlagen im Preis von einem Liter Superbenzin aktuell die Mineralöl- und Ökosteuer mit 0,66 EUR zu Buche. Hinzu kommt die 19%-ige Mehrwertsteuer, welche auf Basis des Wareneinstandpreises sowie der Mineralöl- und Ökosteuer zur Zeit noch einmal 0,22 bis 0,30 EUR ausmacht, d. h. die Mineralölsteuer selbst wird noch einmal mit der Mehrwertsteuer besteuert. Der Bund erwirtschaftet durch die Mineralölsteuereinnahmen der Bundeszollverwaltung jedes Jahr einen zweistelligen Milliardenbetrag an Steuereinnahmen. Diese Steuereinnahmen verwendet der Staat größtenteils für die Erneuerung und Instandhaltung der Straßen und der Verkehrsinfrastruktur, d. h. sie kommen in Teilen dem deutschen Autofahrer indirekt wieder zugute. Vergleichen kann man die Kraftstoffpreise bei Anbietern wie z.B. benzinpreise.net, die auch eine Übersicht der Benzinpreisentwicklung zur Verfügung stellen.

Mineralölsteuer

Der Staat hat sich mit der Mineralölsteuer vor allem das Ziel gesetzt den Bundesbürger zu einem verantwortungsvollen, sparsamen Umgang mit knappen und die Umwelt schädigenden Ressourcen anzuregen. Dabei gibt es jedoch auch Ausnahmen bzw. Subventionen für vor allem Unternehmen aus der Landwirtschaft und dem produzierenden Gewerbe, welchen der Staat Steuervergünstigungen gewährt um deren Wettbewerbsfähigkeit mit konkurrierenden ausländischen Unternehmen zu stärken. Da Benzin aus Erdöl hergestellt wird, ist der Benzinpreis stark positiv mit dem Ölpreis korreliert, entwickelt sich jedoch nicht immer zeitgleich mit ihm. Beispielsweise fragten die USA im Frühjahr 2001 in Europa deutlich mehr Benzin als gewöhnlich nach, was zu einem stark steigenden Wareneinstandspreis für Benzin und somit einem Benzinpreisanstieg insgesamt führte, der sich nicht mit der Ölpreisentwicklung im Frühjahr 2001 erklären lässt.

Trend in der Benzinpreisentwicklung?

Die langfristige Benzinpreisentwicklung in Deutschland folgt im Wesentlichen einem monoton wachsenden Verlauf. Lag der Benzinpreis zwischen 1950 und 1972 noch relativ konstant bei umgerechnet ca. 0,30 EUR, so gab es einen bedeutenden ersten Preisanstieg auf 0,45 EUR schon 1973 im Zuge der ersten Ölkrise, bei der die OPEC-Staaten die Rohölfördermengen stark reduzierten. Während der zweiten Ölkrise zu Beginn der 80er Jahre, bei dem es aufgrund von Förderausfällen, der islamischen Revolution und dem ersten Golfkrieg zu einer weiteren Ölverknappung kam, stieg der Benzinpreis weiter bis auf 0,70 EUR, um nach dem Ende dieser Krise zwischen 1985 und 1990 wieder auf ein Niveau von 0,50 EUR zu fallen. Von 1990 an und mit dem Beginn des zweiten Golfkriegs bis zum Ausbruch der Finanzkrise im Herbst 2008 war ein stetiger deutlicher Anstieg des Benzinpreises bis auf über 1,50 EUR zu verzeichnen. Die Finanzkrise beendete diesen Anstieg im Oktober 2008 abrupt und der Benzinpreis fiel einige Monate auf ein Niveau von 1,20 EUR zurück um sich danach bis heute wieder auf ein Niveau von über 1,50 EUR zu erholen.

Die zukünftige Entwicklung des Benzinpreises wird vor allem vom Ausgang der derzeit schwelenden Schuldenkrise bestimmt sein. Sollte diese zu einer weltweiten Rezession führen, so ist mit einer deutlich sinkenden Nachfrage nach Rohöl seitens der Wirtschaft, d. h. mit einem deutlich fallenden Rohölpreis und somit einem fallenden Benzinpreis zu rechnen. Auf dem Benzinmarkt in Deutschland konkurrieren ca. 1500 Tankstellenunternehmen intensiv um das Geld der Autofahrer.

Knapp die Hälfte der insgesamt etwa 16.000 Tankstellen in Deutschland werden unter den weltweit bekannten Marken BP-Aral, Esso, Shell oder Total geführt. Die restlichen Tankstellen teilen meist regional oder lokal orientierte Anbieter unter sich auf. Der Wettbewerb unter den Tankstellenunternehmen ist durch eine gegenseitige Beobachtung und eine rasche Reaktion auf Benzinpreisänderungen der Konkurrenz geprägt.

Unterschiede im Benzinpreis

Schon ein Preisunterschied von ein oder zwei Cent kann einen Großteil der Nachfrage bei der einen Tankstelle auf eine Nachbartankstelle abziehen. Dieser Konkurrenzkampf äußert sich auch in der Tatsache, dass in verschiedenen Städten in Deutschland sich die Benzinpreise meist um ein bis sechs Cent unterscheiden, jenachdem wie stark der Preiskampf intra- und interstädtisch tobt. Besonders günstig tanken Autofahrer in der Regel außerhalb von Ferienzeiten und bei regionalen und lokalen Tankstellenunternehmen.

Tanktourismus dank hoher Benzinpreise

Aufgrund der in den vergangenen Jahren stetig steigenden Steuerbelastung im Benzinpreis hat auch der sogenannte Tanktourismus an Bedeutung gewonnen, bei dem Menschen aus Deutschland, die in der Nähe der Grenze zu einem Nachbarland wohnen, zum Tanken ins Ausland fahren um dort von teilweise deutlich günstigeren Benzinpreisen zu profitieren. Mit der gegenüber einigen Nachbarländern überproportional ansteigenden Steuerbelastung in Deutschland vergrößerte sich in den letzten Jahren auch die Breite der Grenzstreifen an der deutschen Grenze, innerhalb denen es sich finanziell lohnt zum Tanken über die Grenze ins Ausland zu fahren. Günstiger als in Deutschland tanken kann man derzeit vor allem in Polen, Luxemburg, Österreich und Tschechien.